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Naturschutzgebiet "Halser Ilzschleifen"

Eidechse

Eine erdgeschichtliche Bruchlinie ist für die doppelte Mäanderschleife der Ilz bei Hals verantwortlich: Statt sich durch den harten Gneis zu graben wählte die Ilz den weicheren Pfahlschiefer, der durch Druck und Reibung entstand. Der sogenannte "Halser Nebenpfahl" ist ebenso, wie sein großer Bruder bei Viechtach, eine sehr alte Bruchlinie, an der vor mehr als 330 Milllionen Jahren Erdbewegungen stattfanden und verläuft parallel zum großen Pfahl, etwa von Aicha v.Wald nach Hals.

Unter Ludwig I. wurde bei Hals (heute Stadtteil von Passau) ein Trifttunnel gebaut, der die Ilzschleife bei Hals abkürzt und die Triftzeit um eine ¾ Stunde verringerte. Außerdem konnten so Triftschäden an Mühlen und sonstigen Wasserbaueinrichtungen in Hals vermieden werden. Dort verkeilte sich das Holz wegen der engen Schleife besonders gern. Das Holz wurde an einer Sperre vor dem Tunnel gestaut und in Teilmengen Richtung Passau abgelassen, wo es herausgefischt wurde. Der heute noch begehbare Tunnel ist 115 m lang.

Die Landschaft wird durch das enge, bewaldete Tal geprägt, aus dem sonnige Felsköpfe ragen. Die flache Auen und nicht so steile Hänge nutzt der Mensch als Wiesen und Weiden. Dieses landschaftliche Mosaik bringt einige Juwelen im Artenschutz hervor: Platanenblättriger Hahnenfuß, Gemswurz, gescheckter Eisenhut finden sich mehr in den kühlen Bereichen. Bergsesel, Graslilie und Weißwurz besiedeln hingegen die trocken-heißen Felsköpfe. Auch die seltene sibirische Schwertlilie wächst im Naturschutzgebiet. Die Ilz bietet dem Fischotter, der Flussperlmuschel, dem Feuersalamander, der Wasseramsel und vielen weiteren Vögeln und Fischen ein wichtiges Rückzugsgebiet.
Der Felsen der Ruine Hals sind Lebensraum für viele wärmeliebende Arten. In den Spalten und Ritzen finden Mauereidechsen und Schlingnatter ideale Lebensbedingungen. Streifenfarn, Zimbelkraut und Mauerpfeffer sind Arten aus dem Pflanzenreich.